Der Frischetest
Fangfrischer Fisch direkt vom Züchter gekauft hat Qualitätsvorteile. An sechs Merkmalen kann man erkennen ob der angebotene Fisch auch wirklich frisch ist:
- Der Fisch riecht frisch und nicht fischig. Erst nach längerer Lagerung entwickelt er den typischen Fischgeruch.
- Das Fleisch ist elastisch. Nach dem Drücken mit dem Finger auf die Haut hinterlässt der Fisch nur eine kurze Zeit lang eine sichtbare Druckstelle.
- Die Haut ist mit einer klaren Schleimschicht bedeckt. Bei länger gelagertem Fisch fehlt dieser Überzug oder ist trüb.
- Die Kiemen haben eine hellrote Farbe. Bei weniger frischem Fisch sind sie dunkelrot bis bräunlich.
- Die Augen von frisch gefangenem Fisch glänzen und sind klar. Die Linse ist nach außen gewölbt. Bei längerer Lagerung werden die Augen milchig.
- Die Einzelheiten der Eingeweide lassen sich deutlich erkennen. Bei älterem Fisch werden die Innereien breiig.
Vielfältige Produktionsverfahren
In der Fischzucht gibt es sehr vielfältige Produktionsformen. Sie unterscheiden sich in der angewandten Technologie und in ihrer Produktionsintensität. Grundsätzlich werden unterschieden:
- natürliche Haltungssysteme: Naturteiche (Wasserstau) und Erdteiche (Aushub). Sie haben einen natürlichen Untergrund und ermöglichen die Nutzung von Naturnahrung wie Algen, Insekten, kleine Krebse und Fische. Um die Erzeugung von Naturnahrung zu verbessern, werden die Teiche mit organischen oder mineralischem Düngermitteln versorgt.
- künstliche Haltungssysteme: Betonbecken und -rinnen, Folienteiche, Netzgehege und Kunststoffbecken. Sie können sowohl im Freiland als auch in Gebäuden installiert werden und basieren grundsätzlich auf Zufütterung der Fische.
Karpfen werden überwiegend in Teichen erzeugt. Forellen hingegen benötigen sehr viel mehr Sauerstoff im Wasser und daher einen größeren Wasserdurchsatz. Sie werden in der Regel in sogenannten Durchlaufanlagen, Erdteichen, Fließkanälen oder Rinnenanlagen gehalten. Diese werden teilweise zusätzlich belüftet bzw. mit Reinsauerstoff versorgt.
Fischproduktion und Umwelt
Fisch ist, wie kein anderes Lebenwesen, über das Wasser sehr intensiv mit seiner Umwelt und damit mit unserer Kulturlandschaft verbunden. Für die Fischproduktion gibt es daher strenge gesetzliche Fütterungs- und Hygienebestimmungen, um eine Kontamination des Wassers und damit der Umwelt zu vermeiden. Dennoch kann es bei hohen Besatzdichten und intensiver Fütterung zur Überdüngung der Teiche (v.a. bei Karpfen) kommen. Hohe Besatzdichten bergen auch immer gesundheitliche Risiken für die Tiere. Hohe Besatzdichten ziehen dann häufig die Behandlung mit Antibiotika nach sich.
Speziell für die Forellenzucht wurden von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft
DLG Produktionsempfehlungen für eine gute fachliche Praxis entwickelt.
Ökologische Aquakultur
Es gibt erste Ansätze einer ökologischen Aquakultur. Die EU-Öko-Verordnung hat dazu noch keine Richtlinien vorgelegt. Viele ökologischen Anbauverbände haben jedoch inzwischen eigene Richtlinien entwickelt: Naturland für Karpfen, Forellen, Lachse und Saiblinge (www.naturland.de), Bioland nur für Karpfen (www.bioland.de ), die Verbände Demeter, Biokreis und Gäa allgemein für Aquakultur(www.biokreis.de).
Ein Kennzeichen ökologischer Aquakultur ist der Verzicht auf mineralische Düngung der Teiche, Erhalt eines Teils des Ufersaums als Verlandungszone, angepasste Besatzdichten, Verbot leistungssteigernder Futtermittelzusatzstoffe und doppelte Wartefristen zwischen Anwendung von Medikamenten bis zum Verkauf der Fische.
Aktuell gibt es zur Zeit in Hessen keine Fischproduzenten, die nach ökologischen Richtlinien wirtschaften.



















